Falstaff PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Burghard Achtenberg   
Sonntag, den 04. Mai 2008 um 17:26 Uhr

 

 

überarbeitete Fassung

Das Stück hatte 2007 Premiere. Dabei zeigte sich an den Publikumsreaktionen und in weiteren Gesprächen, dass dieses Werk noch viel Potential hat.  Anders ausgedrückt, es war also noch nicht da, wo wir es haben wollten. Im Februar 2008 zogen wir uns also zurück und gingen in Klausur. Uli Schwarz, ein Regisseur aus Dresden bot uns an, 3 Tage an diesem Stück zu arbeiten. Eine schöne Schinderei mit guten Erfolgen. Am Ende dieser drei Tage machten wir noch eine Werkschau vor Publikum und stellten uns der Diskussion. Es gab also wieder Kritiken die uns zur Arbeit mahnten. 

Im Januar 2009 zeigte sich, dass sich die Arbeit gelohnt hat. Das Stück funktionierte. Denn obwohl die Vorstellung krankheitsbedingt kein Feuerwerk der Spielfreude war, war das Publikum hocherfreut. Die Entscheidung ist also gefallen. Wir behalten das Stück im Repertoire.

 

 

Falstaff - oder wenn die Putze Shakespeare spielt



Pressetext:

Falstaff - oder wenn die Putze Shakespeare spielt

Shakespeare – das klingt nach schwerer Kost. Aber Shakespeare kann leicht und komisch sein! Und das zeigt niemand so wie Sir John Falstaff. Dieser dicke Ritter ist in England eine Kultfigur, der komischste Bühnenheld aller Zeiten. Und er lebt in unruhigen Zeiten: Der König ist krank, an allen Enden brennt das Reich, Bürgerkrieg bricht aus. Aber Sir John Falstaff denkt vor allem daran, wo er die nächste Flasche Sekt herbekommt. Er lebt unter den Lumpen Londons und befreundet sich mit dem Thronfolger. Falstaff lügt und betrügt, stiehlt, schmeichelt und beleidigt, er ist ein Trinker und ein Wüstling - und ein großer Fresser. Trotz aller Fehler - man muss Falstaff lieben: Ein großes fettes Kind, das mit der ganzen Welt feiern will und die schönsten Ausreden erfindet. Dennoch muss er in die Schlacht ziehen und kommt in größte Gefahr. Schließlich wird sein Freund König, der Erfolg ist zum Greifen nah... „Falstaff, der Held von England“ erzählt von einem, der für ein gutes Essen mit der ganzen Welt kämpft – aber für sonst nichts.

Diese Geschichte erzählt Magma auf ungewöhnliche Weise. Nicola Lau und Burghard Achtenberg stellen unter der Regie von Christian Engels alle Rollen dar. Sie springen vom Prinzen zum leichten Mädchen, vom schlauen Diener zum trotteligen Richter, von der Kneipe zum Schlachtfeld und zurück. Alles ist möglich, und mit einem Fingerschnipsen entsteht ein neues Bild vor unseren Augen. Spielfreude und Phantasie zeigen, dass für mitreißendes Theater ein Besen und ein Koffer reichen.


 



 

Kritik aus: „Dresdner Neuste Nachrichten“ 10.09.2007 (Auszüge)
„Mach mir den Falstaff"

Berliner MAGMA-Theater gastierte im RUDI

 

Was passierte eigentlich mit den Personen in all den berühmten Dramen, Tragödien oder Komödien William Shakespeares, bevor die der Nachwelt überlieferte eigentliche Geschichte beginnt? Zum Beispiel die Geschichte vom dicken Falstaff: einem so genannten „Lumpenaristokraten", dessen Leben sich zwischen Fressen, Saufen, Prügeln und den zumeist kläglich scheiternden Versuchen, hin und wieder eine Frau zu verführen, abspielte...

....Vierzehn Rollen insgesamt stehen auf dem Besetzungszettel, aber nur zwei Darsteller stehen zur Verfügung. Und die sind zudem gar keine Schauspieler. Denn es ist zum einen die Putzfrau und zum anderen der Tontechniker...

....Nicola Lau spielt die Putzfrau, respektive den dicken Hans Falstaff. Burghard Achtenberg den Tontechniker, den Prinzen Heinrich, die Jungfer Dortchen und - sage und schrei­be - noch zehn weitere Rollen.

Da ist natürlich Chaos vorprogrammiert. Dennoch bleibt die Handlung wunderbar überschaubar bis zum Ende und wird über weite Strecken von großartiger Ko­mik getragen. Der drohende Krieg rückt in den Mittelpunkt der Handlung, dem Falstaff unbedingt entgehen möchte...

...„Mach mir den Falstaff' fordert der Tontechniker die Putze auf. Und aus ihr wird so „ein wahrer, stattlicher und wohlbeleibter Mann". Dieses Spiel im Spiel ist für ein Theater stets eine sichere Nummer. Und es gibt davon in der Thea­tergeschichte ungezählte Varianten, an­gefangen bei Shakespeare selbst und sei­nem „Sommernachtstraum". Für den „Falstaff“ könnte so das Einpersonen­stück „Die Sternstunden des Josef Bie­der" Pate gestanden haben, in dem sich der Requisiteur eines Opernhauses dazu aufschwingt, dem Publikum mal echt er­klären zu wollen, was eigentlich Theater bedeutet. Falsch machen kann man in solchen Stücken kaum etwas, denn selbst ein tatsächlicher Texthänger wirkt irgendwie echt. Solche gab es nämlich auch einige im „Falstaff", aber sie wur­den von den beiden großartig überspielt oder in die Handlung integriert.


W. Zimmermann

Falstaff- Das Video in voller Länge

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Falstaff-oder wenn die Putze Shakespeare spielt
von Christian Engels nach William Shakespeare

Alle Fotos ©Jörg Sobeck



Velten

17.07.2009 20:00 Uhr


Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 06. August 2009 um 00:11 Uhr